Als Heilmittel werden Blutegel schon über zweitausend Jahre eingesetzt.  Was auch dem großen Spektrum der Einsatzgebiete zu verdanken ist. Die Römer und Griechen nutzten die Blutegel zur Behandlung von Gicht, Arthrose und Fieber. Auch in China und Indien findet man Dokumentationen über den Einsatz von Blutegeln. In Europa wurden die Blutegel auch zum natürlichen Aderlass genutzt. Es gibt Aufzeichnungen über den Einsatz der Blutegel beim römischen Militär zur Wundbehandlung. Die Blutegeltherapie war im Mittelalter weit verbreitet und wurde immer populärer.

Im 19. Jahrhundert gab es einen Boom dieser Therapieform. In England, Frankreich und Deutschland verbrauchte man mehrere Millionen Blutegel im Jahr. Da mit der Anzahl der angesetzten Blutegel völlig übertrieben wurde - bis zu 80 Egel- kam es zu ernsten oder gar tödlichen Zwischenfällen. Der Bestand der Egel wurde durch den übertriebenen Verbrauch, aber auch durch die Industrialisierung eingeschränkt.  Die Blutegel mussten aus anderen Ländern importiert werden. Durch den 1. Weltkrieg, kam es zum Zusammenbruch des Blutegelhandels und diese Therapie geriet in Vergessenheit. Zwischen 1920 und 1955 entdeckten und propagierten unterschiedliche Ärzte den Einsatz von Blutegeln.

Einen großen Erfolg konnte ein Chirurg 1987 mit Hilfe der Blutegel erzielen. Einem kleinen Jungen wurde ein Ohr wieder angenäht, aber es wollte nicht richtig anwachsen. Es bildeten sich ständig Thrombosen. Hier kamen die Blutegel zum Einsatz und der Blutkreislauf des Ohres wurde wieder funktionsfähig.Viele Ärzte und Naturheilkundler wenden die Blutegeltherapie gezielt an und auch in der Tierheilkunde verzeichnet sie Erfolge.